Forschungsbegleitung Modellvorhaben „Initiative ergreifen“
Im Rahmen des Modellvorhabens Nationale Stadtentwicklungspolitik (NSP) wurde  in den Jahren 2008 und 2009 erprobt, ob und unter welchen Bedingungen bürgerschaftliche Projekte in den östlichen Bundesländern erfolgreich angestoßen werden können. Dabei ging es erstens um die Frage, ob es überhaupt bürgerschaftliche Verantwortungskonstellationen gibt, die sich Stadterneuerungsprojekte auf die Schultern laden wollen und können. Wenn es sie denn gibt, sollte zweitens verdeutlicht werden, ob dies im Rahmen der Förderpraxis der Länder umsetzbar ist oder ob es hier Korrekturen und in Ansätzen eine neue Praxis geben muss. Und drittens wurde  erprobt, welche Strukturen der Projektakquisition, der Projektqualifizierung und der Projektbegleitung es für bürgerschaftlich getragene Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsprojekte geben muss.
Es gelang in relativ kurzer Zeit, vier Projekte ausfindig zu machen, deren Akteure bereit waren, sich auf einen Qualifizierungs- und einen Realisierungsweg zu begeben: Alte Bäckerei in Dessau, Bunte Welt in Cottbus, DomiZiel in Lauchhammer, Peißnitzhaus in Halle. Mit den vier Projekten wurden die Bandbreite möglicher Projekte und erste Erfolgsvoraussetzungen erkennbar, aber auch woran derartige Projekte scheitern können bzw. einen wie langen Atem sie brauchen. Dies ist ein erster Nachweis, dass es die bürgerschaftlichen Projektinitiativen für einen Förderansatz „Initiative ergreifen“ gibt.
Die Suche nach bürgerschaftlichen Projektinitiativen, vor allem aber die inhaltliche, bauliche, finanzielle Qualifizierung sowie die Erarbeitung eines belastbaren Träger-, Betriebs- und Wirtschaftlichkeitskonzepts vor einer Förderempfehlung (Förderantrag über die Städte an die zuständigen Landesstellen) und die Begleitung der Projekte bis in den Betrieb hinein machen ein spezielles Management nötig. Im Rahmen des Modellvorhabens NSP wurde diese Aufgabe von Birgit Schmidt, WohnBund-Beratung Dessau übernommen. Frau Schmidt wurde von Joachim Boll, startklar.projekt.kommunikation Dortmund punktuell mit Erfahrungen aus dem Management „Initiative ergreifen“ NRW unterstützt. Aus all dem heraus wurde als Schlussfolgerung ein einheitliches Management „Initiative ergreifen“  für die fünf ostdeutschen Flächenländer vorgeschlagen, das länderübergreifend von diesen fünf Ländern und dem Bund gemeinsam getragen werden könnte.
Medien zum Thema