Kraftwerkssiedlung Bitterfeld
Die Kraftwerkssiedlung Bitterfeld weist typische Merkmale gartenstädtischer Wohnsiedlungen der 20er und 30er Jahre auf. Außergewöhnlich interessante und qualitätvolle öffentliche Plätze verleihen der Siedlung, die vornehmlich aus Mehrfamilienhäuser besteht, ihren besonderen Charme. Heute befindet sich die Kraftwerkssiedlung mit 474 Wohnungen im Besitz der Wohnstättengenossenschaft Bitterfeld-Wolfen eG, einer 1995 aus TLG-Werkswohnungsbeständen ausgegründeten Genossenschaft.
Die aktuelle Situation der Siedlung ist durch hohen Instandhaltungsstau, Überalterung der Bevölkerung, hohen Wohnungsleerstand, unzureichende Ausstattung und Anbindung an soziale Infrastruktureinrichtungen und eine zunehmende Vernachlässigung der öffentlichen Bereiche gekennzeichnet.
Die Wohnstättengenossenschaft Bitterfeld-Wolfen e.G. beauftragt 2000 die WohnBund-Beratung Dessau, ein wohnungswirtschaftliches Konzept für die Kraftwerkssiedlung Bitterfeld zu erarbeiten. Damit sollen die Ziele und Wege für eine langfristig tragfähige wohnungswirtschaftliche Entwicklung bestimmt werden.
Basis des wohnungswirtschaftlichen Konzeptes ist eine detaillierte Analyse städtebaulich-architektonischer, baulicher, wohnungswirtschaftlicher und sozialer Defizite und Potenziale. In enger Zusammenarbeit mit dem Genossenschaftsvorstand entstehen daraus Entwicklungsziele, Handlungsstrategien, Empfehlungen für Umsetzungsschritte. Besonderen Wert legt die WohnBund-Beratung auf zielgruppenorientierte Entwicklungsmaßnahmen im Wohnungsbestand und im Wohnumfeld. Am Ende steht die Berechnung von Sanierungskosten in verschiedenen Varianten und die Unterbreitung von Finanzierungsvorschlägen. Als erste Umsetzungsmaßnahme wird ein Beispielhaus mit Hilfe von geförderten Arbeitnehmern denkmalgerecht saniert.