Schwabehaus Dessau
Bei dem historischen Fachwerkbau handelt es sich um eines der letzten Zeugnisse der historischen Bebauung Dessaus aus dem 19. Jahrhundert. Über Sinn oder Unsinn der Erhaltung des denkmalgeschützten Schwabehauses wird seit 1995 in der Stadtöffentlichkeit heftig gestritten. Der Abriss steht kurz bevor, als sich 1998 der Schwabehaus Verein gründet. Innerhalb weniger Wochen entsteht ein alternatives Nutzungs- und Sanierungskonzept. Gespräche mit dem Arbeitsamt Dessau, dem Land Sachsen-Anhalt oder der Lotto-Toto Sachsen-Anhalt GmbH schließen sich an. Unter dem Motto "Bürger bürgen für das Schwabehaus" gelingt es, über eine Sammelbürgschaft von 78 Einzelpersonen einen Kredit der GLS Gemeinschaftsbank Bochum e.G. abzusichern. So kann der Verein 1999 Haus und Grundstück käuflich erwerben.
In den Jahren 1999 bis 2002 wird das Schwabehaus denkmalgerecht saniert. Eine Baukommission des Vereins begleitet die Baumaßnahmen und trifft Entscheidungen zu Nutzungen und Sanierungsstandards. Mitglieder und Freunde des Schwabehaus e.V. bringen sich in zahlreichen Arbeitseinsätzen ein, führen Malerarbeiten durch, arbeiten historische Holzbauteile auf und gestalten den Hof.
Das Haus beheimatet heute Vereine und Initiativen wie das die lokale Agenda, den Förder- und Landschaftspflegeverein Biosphärenreservat und zwei Gewerbeeinheiten. Theater- und Kinoaufführungen, Haus- und Hoffeste, private Feiern, Workshops, Vorträge und Seminare der Urania und Ausstellungen machen das Schwabehaus zu einem festen Bestandteil aktiver Stadtteilkultur.
Unsere Arbeitsgemeinschaft gehört zu den Initiatoren des Schwabehaus e.V. Gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern erstellen wir das Sanierungskonzept und das Finanzierungsmodell. Wir übernehmen das Finanzmanagement, die Koordinierung einer AB-Maßnahme und bringen Gestaltungsentwürfe ein. In der Baukommission beteiligen wir uns genauso wie bei freiwilligen Arbeitseinsätzen. Ein wichtiger Beitrag liegt darüber hinaus in der vielfältigen Öffentlichkeitsarbeit.