Lücken Wurzen
Wo Häuser fallen, entstehen grüne Trittsteine - Die Gestaltung von Baulücken ist ein wesentlicher Umsetzungspunkt des SEKO in Wurzen. Oftmals werden Abbrüche leerstehender Häuser aus gewachsenen Strukturen besonders negativ empfunden. Ziel des Leitbildes der "Grünen Trittsteine" ist es daher, dem Verlust von Bausubstanz durch konkrete Nutzungs- und Gestaltungsideen auf den neu entstandenen Freiräumen zu begegnen. Die Gestaltung muss dabei nicht nur ein positives Image verleihen, sondern auch die neue Qualität der Stadtumbaudiskussion widerspiegeln. Es gilt Beispiele zu schaffen, die zur Nachahmung anregen und die eine neue gestalterische und funktionale Qualität aufweisen. Dabei ist es entscheidend, die Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit zu sichern. Nur wenn die gefundenen Lösungen mit geringen Pflegeaufwendungen auch wirtschaftlich tragbar sind, werden sie eine breite Akzeptanz finden und langfristig wirken.
Beispiel Ringelnatzgiebel: Aufgrund der zentralen Lage gegenüber dem Stadthaus ist es städtebaulich notwendig, die fehlende Raumkante wieder zu schließen und den freien Giebel zu gestalten. Die neue Raumkante wird durch die Pflanzung von 5-6 mittelgroßen Obstbäumen erreicht. Über einen Bürgeraufruf "Ringelnatz hilft beim Stadtumbau" konnte für die Gestaltung des freien Giebels eine erste thematische Motivgestaltung realisiert werden.
Beispiel Spuren des Wohnens: Unter dem Motto aus der Not eines Restgebäudes eine Tugend zu machen, sollten die verbliebenen Gebäudeteile in die Baulückengestaltung einbezogen werden. Mit Hilfe eines Künstlers wurde das Motiv "Spuren des Wohnens" entwickelt. Dieses sieht vor, Giebel wie auch die verbliebenen Fenster mit Bildern aus dem Alltagsleben von Hausbewohnern zu gestalten.
Auf dem Giebel werden dazu große bedruckte Transparente angebracht, die später an anderen Giebeln wieder verwendet werden können. Für die angrenzende Schuppenanlage ist ein Farbauftrag in einem einfachen Streifenmuster vorgesehen. Über eine Fassadenbegrünung wird eine Verbindung zwischen dem Baukörper und der Freifläche hergestellt.
In beiden Beispielen kam eine Perennemix - Staudenpflanzung zur Anwendung.