Freiraumplanung


Spielraumkonzept Innenstadt Leipzig, Spielen am Wege
Die Stadt Leipzig will die Innenstadt für Familien und Kinder attraktiver gestalten. Aus diesem Grund wurden wir 2007/2008 mit der Erarbeitung eines Spielraumkonzeptes beauftragt, das der Stadtrat 2009 billigte.
Das Konzept entstand in einem diskursiven Planverfahren, an dem 20 ausgewählte Innenstadtakteure (Stadtexperten) sowie die Ämter der Stadtverwaltung eingebunden waren. Zwei öffentliche Foren und eine Vielzahl an Presseveröffentlichungen sorgten als Bestandteil des Planungsprozesses für eine öffentliche Vermittlung des Planungsansatzes.
Der Konzeptansatz für die Leipziger Innenstadt heißt Spielen am Wege. In den nächsten Jahren soll innerhalb des Promenadenrings ein Netz von Spiel- und Verweilorten entstehen und damit die Aufenthaltsqualität für Kinder und Familien verbessert werden. Die Kinder werden künftig beim Besuch der Innenstadt „am Wege“ vielfältige Spielmöglichkeiten vorfinden, die zum Entdecken und Bespielen anregen. Der Aufenthalt in der Innenstadt wird so für alle Generationen attraktiver und entspannter.
Parallel zur Erarbeitung des Spielraumkonzeptes begleiteten wir ein erstes Umsetzungsprojekt, das im August 2009 eingeweihte Labyrinth in der Reichsstraße. Die Ideen und Vorschläge dafür haben Kinder gemeinsam mit Planern in einer Spielraumwerkstatt entwickelt. Ein weiteres Projekt ist in der Grimmaischen Straße bereits entstanden.
Medien zum Thema
 
Kolonie Zschornewitz
Parallel zur Sanierung des Wohnungsbestandes im Rahmen eines EXPO-Korrespondenzprojektes werden von 1995-2001 alle öffentlichen Freiräume im Bereich des EXPO-Gebietes saniert. Das Büro für Siedlungserneuerung erstellt sämtliche Entwurfs- und Genehmigungsplanungen. Während der Bauausführung übernehmen wir die gestalterische Betreuung.
Das Konzept der Erneuerung der Straßenräume und Plätze orientiert sich an einer zurückhaltenden und einfachen Gliederung des Straßenraumes, der dem Siedlungscharakter und dem Denkmalstatus Rechnung trägt. An den Platzräumen werden Baumpflanzungen eingeordnet.
Alle Planung diskutieren wir im Vorfeld in einem sehr umfangreichen Beteiligungsverfahren mit dem Arbeitskreis Kolonieerneuerung und den Gremien des Gemeinderates. Zur Einbindung der Bewohner und Hauseigentümer finden im Planungsprozess für jeden Planungsabschnitt Versammlungen und Begehungen statt. So kann die Erneuerung mit einer breiten Zustimmung in der Bewohnerschaft realisiert werden.
 
Lücken Wurzen
Wo Häuser fallen, entstehen grüne Trittsteine - Die Gestaltung von Baulücken ist ein wesentlicher Umsetzungspunkt des SEKO in Wurzen. Oftmals werden Abbrüche leerstehender Häuser aus gewachsenen Strukturen besonders negativ empfunden. Ziel des Leitbildes der "Grünen Trittsteine" ist es daher, dem Verlust von Bausubstanz durch konkrete Nutzungs- und Gestaltungsideen auf den neu entstandenen Freiräumen zu begegnen. Die Gestaltung muss dabei nicht nur ein positives Image verleihen, sondern auch die neue Qualität der Stadtumbaudiskussion widerspiegeln. Es gilt Beispiele zu schaffen, die zur Nachahmung anregen und die eine neue gestalterische und funktionale Qualität aufweisen. Dabei ist es entscheidend, die Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit zu sichern. Nur wenn die gefundenen Lösungen mit geringen Pflegeaufwendungen auch wirtschaftlich tragbar sind, werden sie eine breite Akzeptanz finden und langfristig wirken.
Beispiel Ringelnatzgiebel: Aufgrund der zentralen Lage gegenüber dem Stadthaus ist es städtebaulich notwendig, die fehlende Raumkante wieder zu schließen und den freien Giebel zu gestalten. Die neue Raumkante wird durch die Pflanzung von 5-6 mittelgroßen Obstbäumen erreicht. Über einen Bürgeraufruf "Ringelnatz hilft beim Stadtumbau" konnte für die Gestaltung des freien Giebels eine erste thematische Motivgestaltung realisiert werden.
Beispiel Spuren des Wohnens: Unter dem Motto aus der Not eines Restgebäudes eine Tugend zu machen, sollten die verbliebenen Gebäudeteile in die Baulückengestaltung einbezogen werden. Mit Hilfe eines Künstlers wurde das Motiv "Spuren des Wohnens" entwickelt. Dieses sieht vor, Giebel wie auch die verbliebenen Fenster mit Bildern aus dem Alltagsleben von Hausbewohnern zu gestalten.
Auf dem Giebel werden dazu große bedruckte Transparente angebracht, die später an anderen Giebeln wieder verwendet werden können. Für die angrenzende Schuppenanlage ist ein Farbauftrag in einem einfachen Streifenmuster vorgesehen. Über eine Fassadenbegrünung wird eine Verbindung zwischen dem Baukörper und der Freifläche hergestellt.
In beiden Beispielen kam eine Perennemix - Staudenpflanzung zur Anwendung.
 
weitere Referenzen
Bodeufer Staßfurt (2004)
Delitzsch Westallee (2002)
Haldensleben-Süd Ortsmitte (2002)
Barocker Stadtkern Oranienbaum (seit 1997)